Was will das Deutsch-Ungarische Jugendwerk erreichen?

Die Wiedervereinigung Deutschlands und die Überwindung der europäischen Teilung 1989/90 bleiben untrennbar mit der ungarischen Initiative zur Beseitigung des Eisernen Vorhangs verbunden. Auch 25 Jahre nach Überwindung der deutschen und europäischen Teilung empfinden viele Deutsche eine tiefe Dankbarkeit und Zuneigung gegenüber Ungarn.

Deutsche und Ungarn verbindet eine über 1000-jährige Geschichte. Das Verhältnis unserer Völker begann bereits im 10. Jahrhundert, als Ungarns erster König Stephan die bayrische Prinzessin Gisella heiratete. Mit ihrer Heirat brachte sie deutsche Geistliche und Ritter ins Land. Im 12. Jahrhundert wurden die so genannten Siebenbürger Sachsen zur Ansiedlung gewonnen. Eine weitere Einwanderungswelle erfolgte bis 1718, als die von den Türken zurückeroberten Gebiete Südungarns wieder bevölkert werden sollten und Maria Theresia und Karl VI. insgesamt 400.000 so genannte Donauschwaben nach Ungarn einluden.

Ende des 18. Jahrhunderts lebten im damaligen Königreich Ungarn mehr als eine Million Deutsche, vor dem ersten Weltkrieg etwa 1,5 Millionen. Bis heute ist eine blühende deutsche Kultur mit literarischen Werken, Zeitungen und Zeitschriften vorhanden.

Gerade die jüngere Beziehungsgeschichte im 20. Jahrhundert besteht aber auch aus schrecklichen Irrwegen, die Deutsche und Ungarn zum Teil miteinander beschritten haben. Aus diesen Irrwegen im Ersten und Zweiten Weltkrieg haben beide Völker die richtigen Lehren gezogen und eine feste Verankerung im Kreis der europäischen Völkerfamilie vorgenommen. Die intensive Freundschaft unserer beiden Länder beruht nicht zuletzt auf den gemeinsamen Erfahrungen zur Überwindung von Diktaturen und dem gemeinsamen Beitrag zur Auflösung der Ost-West-Teilung.

25 Jahre nach Öffnung des Eisernen Vorhangs ergreifen Persönlichkeiten, die auf verschiedenste Weise vor und nach der Überwindung des Eisernen Vorhangs in Deutschland und Ungarn tätig sind, die Initiative und gründen in der Tradition unserer langen und freundschaftlichen Verbundenheit eine Deutsch-Ungarische Einrichtung zur Förderung des Jugendaustauschs, ein Jugendwerk. 

Aufgaben des Jugendwerkes

Das Jugendwerk hat die Aufgabe, Beziehungen zwischen Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und für die Jugendarbeit Verantwortlichen in beiden Ländern zu fördern. Dieses soll insbesondere durch gegenseitige Treffen, Austausche im schulischen, kirchlichen, universitären, sportlichen und kulturellen Bereich, mit Sprachkursen, Sportbegegnungen und beruflichen Praktika erfolgen. Das Jugendwerk wird für geeignete Projekte Projektkosten und Stipendien für deutsche und ungarische Kinder und Jugendliche zur Verfügung stellen. Darüber hinaus sollen Fachseminare und Forschungsarbeiten initiiert und gefördert werden. Mittelpunkt aller vom Jugendwerk geförderter Aktivitäten und Programme ist stets die gegenseitige Begegnung von jungen Menschen in Deutschland und Ungarn.

Das Jugendwerk wird ebenfalls die Vermittlung der Kultur des Partnerlandes fördern und interkulturelles Lernen unterstützen sowie mit gemeinsamen Projekten für bürgerschaftliches Engagement werben und derart junge Menschen für die besondere Verantwortung Deutschlands und Ungarns in Europa sensibilisieren. Ein Beitrag zum besseren gegenseitigen Verständnis ist das Erlernen der Sprache der Partnerländer. Wir werden daher junge Menschen motivieren, die Sprache des anderen Landes zu erlernen.

Das Jugendwerk fungiert als Berater und Mittler zwischen den verschiedenen staatlichen Ebenen sowie den Akteuren der Zivilgesellschaft in Deutschland und Ungarn.
Das Deutsch-Ungarische Jugendwerk wird gute Erfahrungen anderer Träger aufgreifen und mit Institutionen, Partnern und Projektträgern der Bildungs- und Jugendpolitik (Schulen, Kirchen, Berufsschulen, Ausbildungszentren, Universitäten und Fachhochschulen, Vereinen, Partnerschaftskomitees, Ferienlagern, Sportvereinen, Jugendhäusern und kulturellen Institutionen) zusammenarbeiten.

Gründung

Das Jugendwerk ist als eingetragener Verein mit Sitz in Berlin und einem Kontaktbüro in Budapest gegründet worden. Der Verein ist von einem Kuratorium beraten und in seiner Arbeit unterstützt. Das Kuratorium ist paritätisch mit 25 Persönlichkeiten aus beiden Ländern zusammengesetzt. Nach der Gründungsphase hat das Jugendwerk angefangen um finanzielle Mittel von Unternehmen und Institutionen zu werben, erste Austauschprojekte und Stipendien zu finanzieren und arbeitsfähige Strukturen in Budapest und Berlin aufzubauen.

Mittelfristig wird eine Institutionalisierung durch die Parlamente und Regierungen beider Länder angestrebt.

Informationen zum Download

Finden Sie auch in unserem Flyer, den Sie zum herunterladen hier finden.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Deutsch-Ungarisches Jugendwerk e.V.